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Gesunde Lebensweise
(NH 3)
Inhalt
Weniger und richtiges zu essen ist gesunde Medizin (NH 3.1) - Der Body-Maß-Index als Anhalt (NH 3.2) - Abnehmen für Gesundheit und Umwelt (NH 3.3) - Mediterrane Kost soll am gesündesten sein (NH 3.4) - Nicht zu rauchen und kaum Alkohol - ist gesund (NH 3.5) - Vitamin D, Sonne und Osteoperose (NH 3.6) - Krank und keine Jungs durch die Verpackungen? (NH 3.7) - Gesund leben: Immer neue Beweise (NH 3.8)
Gesunde Umwelt, wie Feinstaub aus Kfz oder Laserdruckern, siehe: www.wohngesundheit-heute.de .
(Keine medizinische Beratung. Dazu befragen Sie bitte Ihren Arzt, Apotheker, Heilpraktiker, Chiropraktiker, Physiotherapeuten etc., je nach Arbeitsgebiet. Angaben deshalb ohne Gewähr.)
Weniger und Richtiges zu essen ist „Gesunde Medizin“ (NH 3.1)
Die Kurz-Regel zu gesundem Essen von Prof. Dr. Stehle (in TK aktuell Nr. 3/08) :
- Täglich 5 Portionen Obst + Gemüse, ein Teil davon roh.
- Gesunde Sattmacher wie Vollkornprodukte, Reis u. Kartoffeln.
- Sparsamer Umgang mit Fett.
- Fettarme Milch und Milchprodukte.
- Mindestens 1,5 Ltr. Flüssigkeit am Tag.
Beispielsweise am Morgen ein sehr reichhaltiges Frühstück, ca. 10.30 Obst, Mittags an 2 Tg. Fisch, Nachmittags Obst, früh (18/19 Uhr) am Abend Abendessen incl Obst. - Fleisch, Käse und Süßigkeiten vermeiden, wenn man ausgewachsen ist (in Höhe und Umfang). Wenn Fleisch, dann weißes statt rotes (lt. Nobellpreisträger Medizin 2008). - Anm. v. Hauptautor.
Die Nebenwirkungen von falscher Ernährung sind so zahlreich, dass sie teilweise in einer Tabelle zu Beginn aufgezählt werden sollen:
Nebenwirkungen beim falschen Essen (nur ein Teil ist aufgezählt)
Nr. | Nebenwirkung | Untersuchungsergebnisse (kurz) | Quelle |
1 | Übergewicht der Männer | Die deutschen Männer stellen beim Übergewicht mit 48 % den Europa-Rekord auf. Hinzu kommen noch einmal 18,8 % fettleibige Männer, das sind zusammen sage und schreibe 66,8 % der Männer. Eine erste gesamtdeutsche „Nationale Verzehrstudie“ an 20.000 Deutschen zwischen 14 und 80 bestätigte dies: 2/3 der Männer sind zu dick. | Europäisches Statistikamt in Bild 21. 2. 07 dpa in HA 30. 1. 08 |
2 | Übergewicht der Frauen | Bei den deutschen Frauen stellen beim Übergewicht 31,3 % und bei der Fettleibigkeit 21,7 %. Insgesamt sind dann aber über 53 % über dem Normalgewicht. | Europäisches Statistikamt in Bild 21. 2. 07 |
3 | Alterung | Eine Studie der Uni Wisconsin ergab, dass kalorienarme Kost Alterungsprozesse bremst: In der Normalkostgruppe erlitten doppelt so viele Tiere Alterskrankheiten wie Diabetes, berichtet der Forscher Weindruch im „Focus“. Forscher der Uni St. Louis wiesen nach, dass kalorienarme Ernährung Blutdruck und Blutbild der Testpersonen so verbesserte, dass sie dem Gesundheitszustand von 10 -15 Jahren jüngeren Menschen entsprachen. | (AP in HA 8. 8. 07). |
4 | Entzündungen und viele Krankheiten | Dr. Watzl von der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel warnt eindringlich vor einer Kost mit hohem Anteil an tierischen Produkten. Sie birgt die Gefahr eines erhöhten Entzündungsrisikos in sich und ist der Nährboden für viele Krankheiten (wie Diabetes, Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall). Studien hätten gezeigt, dass eine pflanzliche Ernährungsweise mit viel Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Getreide (Vollkorn), oder Fisch das Entzündungsrisiko verringert oder ganz verhindern kann | (rrA in Reform Rundschau 10/06). |
5 | Diabetes Epidemie | Der Hamburger Medizinprofessor Dr. med. Müller-Wieland nennt Diabetes den „stillen Killer“. Die Krankheit breitet sich in einigen Ländern dramatisch aus. In den nächsten 20 Jahren wird bei uns mit einem Anstieg um 40 % gerechnet. Eine Karte zeigt, dass Diabetes in Europa in Island und England am geringsten vorkommt (<5 %), dann folgen Italien, Frankreich, Dänemark und Norwegen (5-7 %), sodann Portugal, Schweden, Polen, Slowenien und zuletzt > 9 % Deutschland, Spanien, Österreich, Schweiz und die UDSSR. Gründe: Hauptsächlich Typ2-Diabetes (früher Alters- genannt) durch Übergewicht, mangelnde Bewegung, ungesunde Ernährung und genetische Ursachen. Oft reicht schon die Abstellung der Hauptgründe. | HA 19. 12. 07, Christoph Rind |
6 | Krebs | Häufiges Essen von rotem Fleisch (wie Schwein, Rind, Lamm) soll die Entstehung von Tumoren an Darm, Leber, Lunge und Speiseröhre begünstigen. Verarbeitete Fleischwaren (in der Wurst) fördern Darm- und Lungenkrebs. Würde der Verzehr beider Produktarten deutlich gesenkt werden, könnten 10 % der Lungen- und Darmtumore vermieden werden. Dies zeigte eine große US-Studie an 500.000 Personen. | AP in HA 17. 12. 07, GHS in Reform Rundschau 2/08 |
7 | Zusätzlich: Treibhausgas- Erhöhung durch das Steakessen | Ganz nebenbei tragen die großen Fleischesser zusätzlich erheblich mehr zur Erhöhung der Treibhausgase und damit zur Klimaerwärmung bei – alle Wiederkäuer produzieren ungefähr genau so viel CO2 wie alle PKW. Die Uni Cambridge wies darauf hin, dass zum Verzehr bestimmte Rinder, die als Wiederkäuer das besonders schädliche Methan abgeben, für fast ein Viertel der Treibhausgasemissionen verantwortlich sind (in Bild 14. 9. 07). Forscher der Universität Canberra beschrieben zur selben Zeit fast das Gleiche. | (AFP in HA 14, 9. 07). |
INFO-Service
Wer sehr gerne viel isst, kann oft überhaupt nichts dafür. Man lernt es schon von den Vorbildern: Von ihnen lernt man sein Verhalten, indem die Hirnzellen die Richtigkeit, beispielsweise des vielen Essens, im Laufe des Lebens erlernen. „Bei 95 % der Übergewichtigen bekommt das Gehirn nicht das Signal, dass genug Energie vorhanden und keine weitere Nahrungsaufnahme notwendig sei“, sagte der Internist vom Institut für Genetik der Kölner Uni (dpa in HA 13. 8. 07). Doch auch andere können oft nichts für ihr vieles Essen: Die in Kinderkrippen, Kindergärten und Ganztagsschulen in großen Gruppen oft reizüberflutet essenden Kinder essen bis zu einem Drittel mehr als zu Hause oder in ganz kleinen Gruppen. Dies ergab eine Studie von Forschern der Universität Michigan – und weiter: Kinder, die sowieso schon die Tendenz hätten, viel zu essen, liefen Gefahr, in „lauter und geschäftiger Umgebung“ noch mehr zu konsumieren. Dies sei auch beim Essen in lauten Fast-Food-Restaurants häufig der Fall (veröffentlicht in der Fachzeitschrift „Archives of Diseas in Childhood“ (AFP in HA 16. 2. 07). Zusätzlich, aber in diesem Zusammenhang nie angesprochen, sind natürlich auch die Gene, ist die Vererbung ein Faktor - auch der Kostverwertung.
Die Aufzählung könnte noch beliebig fortgesetzt werden, z. B.: Jedes siebte Kind in der Bundesrepublik leidet an Übergewicht. Sie leiden dann unter psychosozialen Defiziten und körperlichen Entwicklungsstörungen, klagen über Rückenschmerzen, Übelkeit, Schlaflosigkeit und Konzentrationsschwäche. Bewegungsmangel und ein ungenügendes Maß an Reizen führt zu mangelnder Ausbildung der Sinne., die Motorik wird eingeschränkt (Robert-Koch-Institut, rrA in reform rundschau März 20089).
Ein staatlich verordneter, durch das Elternhaus oder durch „Neue Medien“ verursachter Ganztagsstress hat also Auswirkungen auf das Verhalten und die Entwicklung der Kinder. Ein Aufmerksamkeits-Defizit-(Hyperaktivitäts-)Syndrom (kurz AD(H)S genannt) kann zusätzlich die Folge sein. Bereits im Kinderhirn bilden sich neuronale Verbindungen, die durch dauernden Lernreiz positiv oder negativ ausgebaut werden. Und noch etwas macht als Fast-Vererbung übergewichtig: Fettes Essen in der Schwangerschaft macht nach einer US-Studie leider auch die Kinder dick (8. 1. 08 in HA).
Die Ursachen des Übergewichts zu beseitigen heißt natürlich auch richtig zu essen. Frau Dr. Braunewell empfiehlt Vollwertkost und keine Süßigkeiten, bei Allergieursachen keine Zusatzstoffe, Kuhmilch gegen Ziegen-, Schafsmilch, Mandel-, Reis-, Hafer- oder Sojadrink austauschen und vieles mehr (Reformhaus Kurier 8/07). Tipps und Rezepte enthalten Ratgeber (Reformhaus, Buchhandel). Bei 80 % der Betroffenen soll AD(H)S dadurch positiv beeinflusst werden. Überhaupt – die genannte gesunde Nahrung ist zusätzlich für fast alles gut: So wird beispielsweise von einer japanische Studie belegt, dass sich das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko bei älteren Frauen, die mindestens 5 x pro Woche Sojaprodukte essen, halbiert (AFP in HA 5. 12. 07). - Es kommt aber noch besser: Forscher der Harvard School of Public Health fanden nach einer Untersuchung bei 18.000 Frauen heraus, dass der Verzehr von Vollkornnudeln und Olivenöl den Hormonhaushalt steigerte und die Schwangerschaften erhöhte. Kinder sind also möglicherweise durch Vollkornnudeln leichter als durch Elterngeld zu bekommen.
„Nahrhafte und gesunde Nahrung“ beschreibt auch John Zhou (in Epoch Times Deutschland Nr. 15 2007) die chinesische Diätik zur Heilung von Krankheiten und Bewahrung der Gesundheit. Da werden beispielsweise Zwiebeln, Knoblauch und Kirsche als erwärmend und gut u. a. für den Magen vorgestellt.
Der Body-Maß-Index als Anhalt (NH 3.2)
Wie dick oder dünn soll man denn nun angeblich bei Nr. 1 und 2 der Tabelle sein? Richtig wäre hier der sogenannte Body-Maß-Index = Körpergewicht geteilt durch Körpergröße zum Quadrat = (nach WHO 2000) 18,5-24,9 für Normalgewicht, 25,0-29,9 für Leichtes Übergewicht, 30,0-34,9 für deutliches Übergewicht, 35,0-39,9 starkes Übergewicht und > 40 = Extremes Übergewicht. Also BMI = 70 kg/1,80mx1,80m=21,6 = Normalgewicht. In Deutschland rechnet man z. T. auch nicht nach WHO, weil hier einige Uhren anders ticken – obwohl sie meistens aus China oder Japan kommen, Länder, in denen man auch mediterran isst und deshalb (oft) dünner ist.
Gegen Übergewicht ist der Einstieg in eine gesunde, vollwertige Ernährung einschließlich Bewegung also wichtig. Eine Heilfasten-Kur nach Buchinger soll gegen Übergewicht helfen, bei Stoffwechsel- und rheumatischen Erkrankungen die Schroth-Kur und für die Darmsanierung die Mayr-Kur. Die Friedrich-Schiller-Universität in Jena berichtete Mitte 2007, dass bei ärztlich kontrolliertem Saftfasten rheumatische Gelenkschmerzen schon nach 15 Tagen massiv zurück gingen (dpa in HA 10. 7. 07). Antje Gahl von der Gesellschaft für Ernährung weist darauf hin, dass bei Diät (und später dann wohl auch) auf Süßigkeiten verzichtet werden sollte. Stattdessen seien geringe Mengen Süßstoffe beim Abnehmen eine Alternative (dpa in HA 10. 89. 07).
Die gesunde, vollwertige Ernährung ist dabei, entgegen mancher Meinung, auch nicht teurer, vor allem schon deshalb nicht, weil man ja viel weniger verzehren muss, um satt zu werden. Die Nahrung hat eben noch den vollen Wert und nicht den halben oder fast überhaupt keinen Wert mehr. Wer sonst vielleicht 4 weiße Brötchen verzehrt, ist bei Vollkornbrötchen schon nach zwei Brötchen satt und wird nicht dick. Wenn ein Kilogramm Obst oder Gemüse 3 Euro kosten, ist dies nicht teurer als das Doppelte für ein Kilogramm Fleisch. Trotzdem weisen Bewohner ärmerer Gegenden durchschnittlichn einen höheren BMI auf als andere. Das zeigte eine Studie der kanadischen University of Alberta auf. Dazu wurde über 6 Jahre die beziehung zwischen dem Umfeld, dem sozialökonomischen Status und der BMI-Veränderung getestet. Neben der Wohngegend hatte auch das Alter Einfluss. Jüngere Personhen hatte einen größeren BMI-Anstieg als über 65-Jährige. Dichter Straßenverkehr sollte sodann den BMI erhöhen, weil die Personen wegen Sicherheitsproblemen weniger zu Fuß gingen (mp in HA 15./16. 5. 10).
Die Hauptausgaben des Gesundheitswesens wandern, neben den Steuern natürlich, mit rund 8 Milliarden € jährlich in die Herz- Kreislauf Erkrankungen mit der Hauptursache: Arteriosklerose. Als sich die dänischen Ärzte Bang und Dyerberg in den 70er Jahren wunderten, dass die Eskimos keine Arteriosklerose kannten, entdeckte man die Bedeutung der im Fisch besonders enthaltenen ungesättigten - im Vergleich zu den gesättigten - Fettsäuren. Zusätzlich wurde die Bedeutung der auch im Fischöl reichlich vorhandenen ungesättigten Omega-3-Fettsäuren für Herz und Kreislauf herausgefunden. Die Professorin Dr. Ursel Wahrburg aus Münster betont zusätzlich: „Es reicht allerdings nicht aus, gesundes Öl auf seine Speisen zu träufeln, man muss die gesättigten Fettsäuren weglassen.“ (Apotheken Umschau 1. 7. 2004).
Ernährungsbedingte Kreislauferkrankungen bringen Deutschland nicht nur den höchsten Krankheitskostenanteil, sondern helfen dem Land auch, an die Spitze der Krankheitskosten im Ländervergleich zu kommen. Der Unterschied in der Ernährungsweise fällt schon äußerlich, beispielsweise im Vergleich zu den Italienern, auf, die sich mit ihrer mediterranen Kost fast genau so gesund ernähren, wie es deutsche Ernährungswissenschafter vorschlagen. Sie leben deshalb auch einige Jahre länger. Erheblich länger als die Deutschen leben aber die Japaner und sind dabei noch erheblich weniger krank. Sie essen vor allem Gemüse, Salate, Obst und Fisch – Sushi ist das bei uns bekannteste Beispiel für japanisches Essen. Und auch dort wird man wenig Übergewichtige sehen.
Forschungen der Harvard Public School of Health in Boston unterstreichen zusätzlich die Bedeutung des Fischverzehrs für die Gesundheit. Sie fanden heraus, dass derjenige, der zweimal pro Woche Seefisch aß, trotz dessen Schadstoffbelastung, ein um 36 % herabgesetztes Herzinfarktrisiko hatte. Nur Schwangere und Stillende sollten auf die besonders belasteten Arten Hai (Schillerlocken) und Schwertfisch verzichten (Apotheken Rundschau 15. 1. 07).
Wissenschaftler der Uni Jena fanmden heraus, dass der verzehr von fettreichem Seefisch vor Darmkrebs schützen kann. Dabei spielt es lt. Michale Glei keine Rolle, ob der Fisch roh, gekocht, geräuchert oder gebraten gegessen wird (dpa in HA 20. 3. 09).
Die gesättigten Fettsäuren enthalten Kohlenstoffatome, die mit Wasserstoffatomen abgesättigt sind. Bei einer erhöhten Aufnahme gesättigter Fettsäuren können sich die so genannten LDL-Rezeptoren an den Leberzellen vermindern, so dass die Leberzellen weniger dieser LDL-Rezeptoren aus dem Blut aufnehmen können. Die lagern sich dann erst im Blut und dann immer mehr an den Gefäßwänden ab. Die Adern verengen sich, später eventuell mit Plaque-Bildung, die dort nicht hingehört, sich entzünden, loslösen und die bekannten und teilweise mit größten Komplikationen verbundenen Schäden bewirken kann.
Professor Hans Hauner, Leiter des Else-Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin weist besonders auf folgendes hin: Die gesättigten Fettsäuren aus dem Fleisch, der Wurst und dem Käse, aber auch aus Palmfetten, sind die Dickmacher, Kreislaufblocker und Krankheitsauslöser. Das schädliche LDL-Cholesterin sinkt (gut < 100 mg/dl), wenn auf die gesättigten Fettsäuren des Fleisches weitgehend verzichtet wird. Das günstige HDL-Cholesterin bleibt durch die einfach ungesättigten Fettsäuren unangetastet. Bei Einnahme von mehrfach ungesättigten Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren sollen vom Organismus entgegengesetzt wirkende Reglersubstanzen aufgebaut werden. Hauner rät dazu, mehr Omega 3 als Omega 6 Fettsäuren beim Essen zu verwenden (Apotheken Umschau 15. 6. 06).
Die Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren werden als günstig und vorbeugend für Herz und Kreislauf erwähnt. Sie gelten als Zellschutz allgemein, blutdruck- und cholesterinsenkend sowie blutverdünnend. Die wichtigsten Vertreter sind hier die Eicosapentaensäure (EPA) und die Dacosahexaensäure (DHA). Der vorbeugend Interessierte kann sich meistens durch die Packungsaufdrucke über die Fettzusammensetzung unterrichten. Der regelmäßige Verzehr der Omega-3-Fettsäuren im Fisch soll insbesondere vor dem plötzlichen Herztod schützen, von dem in Deutschland jährlich mindestens 100.000 Personen betroffen sind. Diese Fettsäuren sind besonders im Lachs, in der Makrele und im Hering enthalten (AP in HA 28. 11. 07).
Die Liste "Welche Fette sind gesund oder ungesund?" gibt den Überblick über die verschiedenen Fette mit deren Gehalt an gesättigten und ungesättigten Fettsäuren, zusammen mit einer Zusammenstellung der wichtigsten Erkenntnisse zum richtigen Fett.
Bei Durchsicht von Listen mit den Bestandteilen von Nahrungsmitteln fällt auf, dass Fleisch größtenteils aus Eiweiß besteht und Putenfleisch mit 2 g/100 g nur einen Bruchteil der gesättigten Fettsäuren von vielen Pflanzenölen hat, aber keine ungesättigten Omega-3-Fette. Dabei sollen die ungesättigten Fettsäuren im Fisch mehr als 10-mal wertvoller sein, als die im Pflanzenfett.
Zusätzlich gibt es vielleicht noch weitere Faktoren, die letztlich dazu führen, auf das Fleisch fast völlig zu verzichten. Wahrscheinlich verbot Mohammed aus guten Gründen das Schweinefleisch. Es soll besonders die Purine (Harnsäuregrundgerüst) enthalten. Immer mehr Personen wählen diesen Weg, auch, um damit Krankheiten weitgehend auszuschalten, die in Ländern mit fast keinem Fleischverzehr fast unbekannt sind. Krebs, Arthrose etc. gehören dazu. Leider fehlen dann oft auch etwas Vitamin B 12 aus dem Fleisch und vielleicht fehlen auch andere Stoffe. Möglicherweise müssten diese Vegetarier (lat. vegetabilis) deshalb in weiten Abständen doch einmal Fleisch essen oder zumindest das Vitamin B 12. Veganer nennt man oft diejenigen, die zusätzlich auf Fisch verzichten – insgesamt auf alles was Augen hat, weil der Verzehr moralisch nach ihrer Ansicht nicht zu vertreten ist. Man isst ja auch nicht seinen Nachbarn. Leider spricht für die Veganer noch das zusätzliche Argument der erheblich ansteigenden Meeresverschmutzung – leider.
Die Universität von Minnesota untersuchte in einer Studie 4000 Männer und Frauen im Alter von 18 bis 30 Jahren. Diejenigen, die am meisten Obst, Gemüse, Nüsse sowie Getreideprodukte und nur alle 2 Tage Fleisch (oder Wurst) aßen, hatten ein um 40 % geringeres Risiko zu hohem Blutdruck als diejenigen, die 2 x täglich Fleisch (oder Wurst) und wenig Pflanzenkost aßen (in Reformrundschau 5/06).
International (HP 07) werden zur Verminderung der genannten Ablagerungen in den Adern und der Arteriosklerose Arginin plus Folsäure mit Vitamin B6 und B12 (z. B. von TELCOR www.quiris.de ) genannt. Aspirin Blutverdünner sollen nach neuen Erkenntnissen (2007) aus den USA im Alter plötzlich erhebliche negative Wirkungen verursachen.
Abnehmen für Gesundheit und Umwelt (NH 3.3)
Der Hamburger Ernährungsberater Stefan Rebbin wird bei t-online, Lifestyle (am 31. 12. 09) als Warner vor vielen Schnell-Diät Kuren genannt. Er warnt vor dem Rückfall, dem Jojo-Effekt bei zu schnellem Abnehmen, außerdem sagt er: "vier Kilogramm Fett in vier Wochen abzunehmen ist unrealistisch. Ein Kilogramm Fett hat ungefähr 10.000 Kcal. Das hieße, man müsste pro Tag mindestens 1400 kcal einsparen. Das ist praktisch Nulldiät und nicht zu schaffen." Besser sei es, sich realistische Ziele zu setzen: Ein bis zwei Kilo im Monat seien dabei erreichbar.
Rebbin empfiehlt, damit die Diät nicht zu einer Belastungsprobe für die Psyche wird, gelegentlich kleine Leckereien - am besten nach den regelmäßigen Mahlzeiten, so wird Heißhunger vermieden und der Blutzuckerspiegel gerät nicht durcheinander. Als Diät empfiehlt er genau genommen das zuvor vorgestellte Essen (Vollkorn, Gemüse, Obst, mageres Fleisch und Bewegung).
Besonders vor einer Schwangerschaft sollten Frauen ein Normalgewicht anstreben. Dies kann, lt. Deutscher Ges. f. Ernährung, vor Schwangeschaftsdiabetes und späterer Diabetes 2 schützen. Außerdem sinkt bei Normalegewicht der Mutter die Gefahr der späteren Übergewichtigkeit des Kindes (dpa in HA 10. 3. 10).
Die Ministerin Aigner sagte hierzu der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung": "Wenn wir uns alle ausgewogen ernähren würden, wie es die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, wäre das ein erheblicher Beitrag zum Klimaschutz." Demnach sollten Fleischesser annähernd die Hälfte dessen essen was jetzt verbraucht wird. Dies sind 300-600 Gramm pro Woche (Fleisch + Wurst) (AFP in HA 30. 12. 09). Besser wäre viel weniger, dann nur weißes Fleisch (Geflügel) und mindestens 2 x pro Woche darin Fisch eingeschlossen."
Das war noch lange nicht alles zum Thema gesunde Ernährung und Abnehmen. Es gibt noch viel mehr, wie beispielswerweise die Trennkost: Dabei werden eiweiß- und kohlehydrathaltige Lebensmittel "zum Abnehmen und Wohlfühlen" getrennt eingenommen. Erst der Fisch z. B. und dann die Kartoffeln mit Gemüse und der Salat - oder umgekehrt.
Das Thema: Gesunde Ernährung ist ein weites Feld. Fachleute dazu sind z. B. die Deutsche Gesellschaft für Ernährung: - sodann findet man rund 1000 Rezepte zur gesunden Ernährung in dem Portal . Also ran! www.dge.dewww.eatsmarter.de
Die Hirnforschung fand zusätzlich heraus, dass Dicke immer mehr essen, um ein Glücksgefühl zu erreichen. Das Gleichgewicht der Hormone gerät außer Kontrolle. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren, die 44 % der Fettsucht-Patienten stellen. Pommes frites, Currywurst und Torten können abhängig machen (dpa 29. 3. 10 in HA).
Die Fachzeitschrift "American Journal of Clinical Nutrition" veröffentlichte auf ihrem Portal, dass die Fettleibigkeit schwangerer Frauen das Risiko von Herzfehlern bei ihren Kindern um 15 % im Schnitt erhöht. Für die Studie wurden die Daten von 7392 Neugeborenen mit Herzfehlern und 56000 ohne Herzfehler ausgewertet. Bei Frauen mit mäßiger Fettleibigkeit lag das Risiko bei 10 % und bei Frauen mit extremer Fettleibigkeit bei über 30 % (AFP in HA 9. 4. 10).
Mediterrane Kost soll am gesündesten sein (NH 3.4)
Mediterrane Kost ist darum die wohl gesündeste Medizin. Diese Mittelmeerkost basiert vor allem auf viel frischem Obst und Gemüse, Fisch, Getreide und Olivenöl. Das gut schmeckende Olivenöl der Mittelmeerländer wird im Qualitätsgehalt der ungehärteten Fette allerdings erheblich vom nordischen Raps- und Leinöl übertroffen. Eine US-Studie mit 400 000 Teilnehmern brachte 2007 fast unglaubliche Ergebnisse: Bei Männern senkte die Kost die Gesamtsterberate von Männern innerhalb von 5 Jahren um 21 % gegenüber derjenigen Gruppe, die sich nicht mediterran ernährten. Dabei reduzierte sich die Sterblichkeitsrate bei Herz-Kreislauferkrankungen um 22 % und bei Krebs um 17 %. Laut „Ärzte-Zeitung“ verringerte sich bei Frauen die Gesamtsterberate um 20 %. Die Sterberate bei Herz-Kreislauf-Problemen war 12 % und bei Krebs 19 % niedriger.
Zu der Versuchs- mediterranen Kost gehörte auch täglich eine Hand voller Nüsse. Dazu berichtete zusätzlich eine große Studie amerikanischer und spanischer Forscher im "Archives of Internal Medicine" (lt. wsa in HA 11. 5. 10), dass Nüsse, Mandeln und Erdnüsse bei durchschnittlich täglich 67 Gramm die Blutfettwerte verbesserte: Das negative LDL-Cholesterin sank um 7,4 %, Gesamtcholesterin um 5,1 % und der Triglycerin-Wert um 10,2 %.
Anfang August 2008 teilte die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie mit, dass die mediterrrane Ernährung vor chronischen Erkrankungen der Atemwege, wie Asthma oder Heuschnupfen weitgehend schützen kann. Das Risiko der Erkrankung werde halbiert.
Zusätzlich lässt sich mit der Mediteranen Kost auch abnehmen. Den Beweis lieferte ein zweijähriger Versuch mit über 300 übergewichtigen Freiwilligen, an dem israelische, deutsche und US-amerikanische Mediziner beteiligt waren. Am besten schnitten die Mediterrane Kost (9 kg Gewichtsreduzierung) und die sogenannte Atkins-Diät ab.
Bei der Atkins-Diät wird auf das Kalorien zählen verzichtet. Fett und Eiweis sind erlaubt (Achtung: Das richtige Fett nehmen. Ki). Bei der Aufnahme von Kohlehydraten wird jedoch reduziert. Die Diät steht im Verdacht, das Risiko für Herzerkrankungen, Nierensteine und Diabetes zu erhöhen (muss es auch, weil bei den Fetten nicht unterschieden wird).
Es wird aber allgemein für sinnvoll gehalten, die langsamen Kohlehydrate, wie Gemüse und Obst, den schnellen Kohlehydraten wie Kartoffeln, Nudeln und Brot vorzuziehen. (In New England Journal of Medicine Bd. 359, Heft 3, 17. 7. 08)
Ganz nebenbei tragen die großen Steak- und Wurstesser zusätzlich erheblich zur Erhöhung der Treibhausgase und damit zur Klimaerwärmung bei – alle Wiederkäuer produzieren ungefähr genau so viel CO2 wie alle PKW. Die Uni Cambridge wies darauf hin, dass zum Verzehr bestimmte Rinder, die als Wiederkäuer das besonders schädliche Methan abgeben, für fast ein Viertel der Treibhausgasemissionen verantwortlich sind (in Bild 14. 9. 07). Forscher der Universität Canberra beschrieben zur selben Zeit fast das Gleiche (AFP in HA 14, 9. 07). Der indische Chef des Uno-Weltlklimarats, Rajendra Pachauri, sagte zum SPIEGEL (3/2009): "..Grob gesprochen gilt folgende Regel: Wenn ich meinen Fleischkonsum halbiere, spare ich genau so viel Kohlendioxyd ein, wie das der Fall wäre, wenn ich nur noch halb so viel mit dem Auto fahren würde".
Von der Universität Jena wurde zusätzlich vor zu hohen Mengen bestimmter gesättigter Fettsäuren, den Transfettsäuren, gewarnt. In Keksen, Kartoffelchips, Snacks und Blätterteig, sodann in Milchprodukten, Fleisch und Backmargarinen kämen sie besonders vor (dpa in HA 14. 9. 07).
Diese sich immer mehr erhärtenden Erkenntnisse werden allerdings immer wieder Abweichungen und Ergänzungen erfahren: So soll das im Hühnerei enthaltene Ei-Lecithin die Aufnahme des schädlichen LDL-Cholesterins hemmen. Das Ei gehört damit, wohl auch wegen seiner Bestandteile an Vitamin A, E, K, sowie Folsäure, Biotin, Eisen und Zink, zu den gesunden Nahrungsmitteln (HPN/DFA 12-1/07).
Nicht zu rauchen und kaum Alkohol - ist gesund (NH 3.5)
Jeder Raucher oder jede Raucherin braucht oft dringend die Zigarette, Zigarre oder Pfeife, um sich zu beruhigen, um Spaß zu haben – wellness-rauchen wäre das richtige Internet-Portal dazu – ein berühmter Raucher, Heesters heeßt er, wurde schon weit über 100 Jahre alt. Eine schöne und bald nach Beginn notwendige Sucht. Leider ist sie im Normalfalle auch mehr als ungesund. Der Raucher oder die Raucherin (früher waren es vor allem die Männer) werden meistens öfter krank und die mitrauchenden Passivraucher oder -innen ebenfalls.
Nebenwirkungen beim Rauchen:
Nur ein Teil ist hier aufgezählt. Laufen kommen neue Negativ-Nebenwirkungen hinzu. Beispielsweise lt. Forschern der American Academy of Neurology (in Seattle vorgestellt): Wer vor dem 17. Lebensjahr raucht, erhöht sein Risiko an Multipler Sklerose (MS) zu erkranken um über das Doppelte (wsa in HAQ 23. 2. 09).
| Nebenwirkung | Untersuchungsergebnisse (kurz) | Quelle |
1 | Haarausfall | 740 Raucher wurden untersucht. Ein Zusammenhang konnte zwischen dem Rauchen von 20 Zigaretten/Tag und Kahlköpfigkeit festgestellt werden, so Dr. Lin-Hui Su v. d. Forschergruppe aus Taiwan. Seine Vermutung, dass die Blutzirkulation zu den Haarfollikeln behindert wird. | dpa in HA 28. 11. 2007 |
2 | Asthma-Risiko 2,3-fach erhöht | Das Ulmer Universitätsinstitut für Epidemiologie stellte fest, dass bei jugendlichen Rauchern das Asthma-Risiko im Vergleich zu Nichtrauchern 2,3-fach erhöht sei. Je länger und mehr geraucht wird, desto größer ist die Gefahr und schon nach 2-3 Jahren können chronische Atemwegserkrankungen entstehen. | (AP in HA 16./17. 12. 06). |
3 | Herzinfarkt | In Italien stellte die Universität Turin fest, dass nach Einführung des Rauchverbots die Herzinfarktrate der unter 60-jährigen in der Region Piemont innerhalb eines Jahres um 11 % zurückging . | (Apotheken-Umschau 15. 1. 07) |
4 | Lungenkrebs | Die 5-Jahres Überlebensrate beim meistens durch Rauchen oder Passivrauchen hervorgerufenen Lungenkrebs liegt mit nur 12 % bei den Männern und nur 14 % bei den Frauen fast am Ende der Überlebensraten. . Am 15. 10. 08 hieß es dann, dass Frauen deutlich empfindlicher als Männer auf die Schadstoffbelastung durch Rauchen und Passivrauchen reagierten. Zusätzlich hätten sie dann ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Lungenerkrankunen und Osteoperose. Außerdem wird die Fruchtbarkeit beeinflusst. Bei Lungen-, Kehlkopf- und Luftröhrenkrebs mit jährlich (2006) 42.348 Toten (Stat. Bundesamt) wird an der Hauptursache Rauchen kaum gezweifelt. 80-90 % sind auf das Rauchen zurückzuführen | (Apotheken Umschau 15. 1. 07). Stat. Bundesamt Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg (AP in HA) |
5 | Darmkrebs | Tabakkonsum verdoppelt die Wahrscheinlichkeit von Darmpolypen und steigert die Gefährdung der Bösartigkeit. Wer 50 Jahre eine Packung oder 25 Jahre 2 Packungen Zigaretten täglich raucht, hat im Vergleich zu Nichtrauchern ein verdoppeltes Risiko für die Darmpolypen gegenüber Nichtrauchern. | New York Medical College in Gastroenterology /AP in HA 12. 2. 07 |
6 | Raucherhusten | Ganz nebenbei hat derjenige, der regelmäßig raucht, früher oder später „Rauherhusten“, wie Ärzte des Uniklinikums Jena nachwiesen. Es entstehe eine Immunreaktion gegen eigenes Lungengewebe. Die Lunge könne zuletzt immer weniger Sauerstoff aufnehmen und Kohlendioxyd abgeben. Die Mediziner wurden für ihre Forschungen mit einem Preis ausgezeichnet | (dpa in HA 12. 2. 07). |
7 | Schlechte Wundheilung | Eine gesunde Wundheilung wird durch Rauchen gehemmt. Dies ist schon länger bekannt. Zahnimplantate halten bei Rauchern oft schwerer oder nicht. | mp in HA 1/08 |
8 | Demenz und Alzheimer Gefahr rund doppelt so hoch | Verglichen mit Nichtrauchern steigt die Gefahr einer Demenz- um 47 % und einer Alzheimer-Erkrankung um 56 %. Dies ergab, nach Angaben des Bundesverbandes der Pneumologen die sogenannte Rotterdamstudie an 7000 vorher gesunden Menschen im Alter von 70 Jahren, die 7 Jahre lang beobachtet wurden | (dpa in HA 13. 9. 07). |
9 | Rückenschmerzen | Raucher sollen häufiger an chronischen Rückenschmerzen leiden als Nichtraucher. Entscheidend soll dabei die Anzahl der Jahre sein, die jemand geraucht hat, nicht die Menge. | Deutsches Ärzteblatt 24/08 |
10 | Kindestod oder z. B. Mittelohrentzündung durch Passivrauchen | Leider sind die Kinder der Raucher und besonders der rauchenden Mütter oftmals völlig ungeschützt dem schädlichen Rauch ausgesetzt. „Passivrauchen, Bewegungsmangel und falsche Ernährung erhöhen das Risiko für Schlaganfälle bei Kindern um 30 %“, Jedes Jahr sterben daran in Deutschland 300 – 700 Kinder (dpa/HA 1. 2. 07 (Kinderklinik der Uni-Münster.) Rauchen in und nach der Schwangerschaft soll nach einer Studie der Uni Bristol für 60 % der Fälle plötzlichen Kindestods verantwortlich sein. Rauchverzicht der Eltern würde dies vermeiden. Jungen u. Mädchen in Raucherfamilien sind für Mittelohr- entzündung besonders gefährdet. | (Professorin Ulrike Nowak-Göttl 2007Apothekenmagazin „Baby u. Familie. dpa 14. 12. 07 in HA Berufsverband der HNO-Ärzte dpa in HA 13./14. 3. 10 |
11 | Lungenkrebs durch Passivrauchen | Nichtraucher die regelmäßig vom „blauen Dunst“ der Kollegen auf der Arbeit eingenebelt werden, haben ein um 24 % erhöhtes Lungenkrebsrisiko, das sich bei starker Belastung verdoppelt (American Journal of Public Health Bd. 97, Nr. 3 nach Untersuchung WHO in Lyon). | dpa/HA 1. 2. 07). |
12 | Schlechte Wundheilung d. Passivrauchen | Bei Passivrauchen verschlechtert sich die Wundheilung, wie Forscher der US-Uni-Riverside jetzt nachweisen konnten. | mp in HA 1/08 |
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Ab 2008 kam das Rauchverbot in Kneipen, Discos, Gaststätten, allen Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, der Erwachsenenbildung, in Sportstätten, Freizeiteinrichtungen, Kinos, Theatern und Museen. Sodann wurde von Bund und von den Ländern das Rauchen in öffentlichen Gebäuden und im öffentlichen Personenverkehr verboten. Eine echte Ursachenbekämpfung, fast eine kleine Ursachengesundheitsreform.
Zur Hilfe für Raucher bieten die Apotheken gute Entwöhnungstherapien an, die langsam entwöhnen und teilweise vom Arzt verschrieben und von der Krankenkasse übernommen werden. Die gesunde und Geld sparende Medizin heißt also zuerst: Nicht Rauchen. Bei Entwöhnungsmedikamenten wurde schon Ende Januar 2008 ein Umsatzplus 25 % gemeldet (M. Engelmann in HA 30. 1. 08). Gleichzeitig ein Plus der sozialen Marktwirtschaft, die sofort reagieren kann. Weitere Infos zum Abgewöhnen: www.rauchfrei-info.de .
Rund 5 % der Beschäftigten sind alkoholabhängig. Und viele Arbeitsunfälle gingen darauf zurück, warnten Suchtexperten. Oft lägen die Ursachen in psychischen Belastungen und Stress (3. 3. 10 in HA). Die „Bild“ titelte zum Alkohol am 29. 9. 07: „Zu viel Alkohol verdoppelt das Krebs-Risiko.“ Und weiter heißt es dann beispielsweise, dass kanadische Forscher herausfanden: Wer zwei Jahre lang täglich mehr als drei Gläser Wein (etwa 600 ml=600 ccm=0,6 Ltr.) trinkt, hat ein doppelt so hohes Restrisiko für Speiseröhrenkrebs wie Nichtraucher. „Schon wenn Männer Jahre lang jeden Tag 60 g Alkohol (= ca. drei 0,5 l Flaschen Bier oder einer ¾ Flasche Wein) trinken, gilt dies als exzessives Trinken“, sagte der Suchtexperte Dr. Jörg Gölz aus Berlin zu BILD. „Bei Frauen reichen schon 40 g/Tag“ (also 2/3). Am Schluss heißt es dann: „Mehr als drei alkoholische Getränke pro Tag (egal ob Bier, Wein oder Sekt) erhöhen laut einer US-Studie zudem das Brustkrebsrisiko bei Frauen um 30 Prozent.“ – Wer weiter trinken will, weiß sicher zu berichten, dass „Bild“ ja nur bange machen will. Dies, obwohl hier ja schon das Trink-Teilverbot vor und bei der Verkehrsteilnahme gilt. Trotzdem wird in den Lokalen oft mehr als ein Bier getrunken. Anfang Mai 2007 sprach der Drogenbericht von 1,6 Millionen Alkoholikern. Beratung unter www.faba.de .
Am 28. 6. 2010 hieß es dann bei t-online (von AFP): Jeder Deutsche trinkt zwölf Liter Alkohol im Jahr.
Und dann wurden die wichtigen Erkenntnisse zum Problem Alkohol zusammenfassend so genau besprochen, dass dies z. T. weitgehend wörtlich und ergänzt wiedergegeben werden soll:
Laut Sucht- und Drogenbericht der BRD (in HA 24. 5. 11.) haben fast 9,5 Millionen Deutsche zwischen 18 und 64 Jahren Alkoholprobleme, mehr als 1,3 Millionen davon sind süchtig. Damit ist Alkohol das am weitesten verbreitete Suchtmittel in Deutschland.
3 von 10 Männern und 1 von 10 Frauen sollen lt. SVS Reinbek einen problematischen Alkoholkonsum haben (29. 5. 11 im Sonntags Markt).
30 % der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren sollen mehrmals in der Woche trinken (29. 5. 11 im Sonntags Markt).
Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern liegt Deutschland beim Alkoholkonsum an fünfter Stelle: Demnach trinkt jeder Bürger ab dem 15. Lebensjahr im Durchschnitt zwölf Liter reinen Alkohol pro Jahr. Nur die Luxemburger, Iren und Ungarn trinken mehr. "Für viele gehört Alkohol zum Feiern oder Entspannen einfach dazu....
...Die gesundheitlichen Risiken, die ein regelmäßiger und zu hoher Alkoholkonsum mit sich bringt, werden noch immer unterschätzt", sagte die Direktorin der BZgA, Elisabeth Pott. Und weiter: Zwei kleine Biere für Männer, ein kleines Bier für Frauen - diese Alkoholmenge ist pro Tag an maximal fünf Tagen die Woche gesundheitlich unbedenklich. Das haben wissenschaftliche Studien ergeben. "Alles, was darüber liegt, ist bereits riskanter Alkoholkonsum und führt auf Dauer zu Gesundheitsschäden", erklärte Pott.
Rund 200 Personen sollen täglich und 73.000 jährlich an Alkohol sterben (so die SVS aus Reinbek.
Bei Jugendlichen seien diese Grenzwerte noch deutlich niedriger, weil ihr Körper noch nicht vollständig entwickelt sei.
Alkohol schadet der Leber und dem Herz. Dazu hieß es dann: Zu den häufigsten Krankheiten, die durch einen zu hohen Alkoholkonsum hervorgerufen werden, zählen Leberzirrhose und Gehirnschäden in Form von verminderter Intelligenz, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen.
Außerdem kann Alkohol Herzmuskelerkrankungen und Krebs verursachen, etwa Leber-, Mund- und Speiseröhrenkrebs.
Weltweit gehört Alkohol zu den am häufigsten konsumierten Suchtmitteln. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind mehr als 76 Millionen Menschen alkoholabhängig. Einer von 25 Todesfällen wird durch Alkohol verursacht, und jedes Jahr sterben 2,5 Millionen Menschen an Krankheiten, die mit Alkoholkonsum in Zusammenhang stehen.
Noch schlimmer sieht es allerdings bei Cannabis-Rauschgiften als Einstiegsdroge zum Kokain aus. Beides ist bereits überall verboten, und trotzdem ist Kokain nach dem Drogenbericht der EU auf dem Weg zur Volksdroge. Besonders gefährlich ist dabei der Mischkonsum mit Alkohol und Heroin (dpa/AFP in HA 23 11. 07). - Anfang Dezember 2008 schlug Professor Thomasius, Leiter der Jugendsuchtstation in Hamburg (UKE) Alarm: Süchtig mit 14 - die erschreckende Drogenbilanz. Laut Studien hatte rund die Hälfte der Schüler bis 18 bereits Cannabiserfahrung und 63 % der 16 - 17-jährigen Jungen gaben sich mindesten einmal pro Monat dem Komasaufen hin (Bettina Mittelacher am 11./12. 12. 08 im HA).
Bei der Lebenserwartung stehen die Deutschen auch nur an 17. Stelle (UNDP 28. 11. 07 in HA). Die Verlängerung der letzten Jahre liegt dabei zur Hälfte an der schnelleren Notfallversorgung. Der Notfallwagenfahrer hat also mehr Anteile daran als die Wissenschaft oderdie Lebensweise haben. Aus der Reihenfolge: 1. Japan 82,.3, 2. Hongkong 81,9, 3. Island 81,5, 4. Schweiz 81,3, 5. Australien 80,9, 6. Schweden 80,5, 7. Spanien 80,5, 8. Kanada 80,3, 9. Italien 80,3, 10. Israel 80,3, Frankreich 80,2, Norwegen 79,8, 13. Neuseeland 79,8, 14. Österreich 79,4, 15. Singapur 79,4, 16. Niederlande 79,2 und 17. Deutschland 79.1 Jahre.
Vitamin D, Sonne und Osteoperose (NH 3.6)
Vitamin D, Sonne und Osteoperose - wie hängen denn diese Begriffe zusammen?
Das NDR-Fernsehen brachte in Visite am 4. 5. 10 im Interview mit Prof. Dr. Amiling Wichtiges zur Osteoperose, an der immerhin rund 7 Mio. Bundesbürger erkrankt sind. Experten empfehlen täglich 1000 mg und im Alter 1300 mg Kalzium und zu dessen Aufnahme Vitamin D - und zu dessen Aufnahme wieder Sonne.
Die Tagesdosis von 1300 mg findet man bereits in der schon zuvor vorgestellten gesunden Ernährung. Dazu soll bereits reichen: 1 großer Becher Joghurt, 2 Scheiben Vollkornbrot, 2 Scheiben Käse, einer Portion Spinat und 1 Glas Mineralwasser.
Vorsicht ist geboten bei phosphathaltigen Lebensmitteln wie Fleisch, Wurst, Fertiggerichten, Cola oder auch Linsen. Zusätzlich: Mangel an Magensäure behindert die Kalzium-Aufnahme. Hier werden Kalziumglukonatpräparate empfohlen.
Eine weitere Säule der Prophylaxe und Therapie ist Sport. "Eine Mischung aus Muskelaufbau und Balance-Taining stärkt die Knochen".
Noch wichtiger als das Kalzium ist dabei wohl das Vitamin D,
denn Vitamin D soll vor Osteoporose, aber auch vor Muskelschwäche, hohem Blutdruck, Dickdarm- und Brustkrebs schützen. Doch 60 % der 18-79-Jährigen Deutschen sind nach Messung des Robert-Koch-Instituts an 15.000 Personen unterversorgt. Bei zugrunde Legung der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGfE) empfohlenen Vitamin D Zufuhr von täglich 5 Mikrogramm (= ein millionstel Gramm oder µg), haben dies 91 % der Frauen mit 2,2 µg und 82 % der Männer mit 2,9 µg nicht erreicht. Dabei erwägt die Gesellschaft, ihre Empfehlung um das 4-fache nach oben zu korrigieren, weil das Vitamin erst ab einer höheren Dosis als 5 µg vor Krankheiten schützen soll. Dies wären dann 20 µg/Tag, die die nachfolgende Tabelle pro Tag und Woche zusätzlich aufzeigen soll. Dazu zeigt die Tabelle immer die zur Aufnahme notwendige Sonne.
Nr. | Pro Tag noch d. DGfE 5µg | Pro Tag bei > 20 µg/Tag gesamt | Pro Woche bei 20x7=140µg |
1 | Sonne 15-20 Min. Gesicht +unbedeckte Arme - oder | Sonne nur Gesicht 15 Min. = 2,5 µg | Sonne 7x15 Min. = 1 ¾ Std. zus. = 17,5 g |
2 | Fettfische wie Hering, Aal, Makrele je 150 g/Woche, Lachs (1 Sch./Tg=30gr.x7) oder | Mittags 1/2 Hering als Matjes = 75gr = 7 x 5/2 =. 17,5 µg | 1xMittags ½ Matjes= 17,5µg 1 x Pilze 75 gr. = 17,5µg 1 x Pilze 75 gr. = 17,5µg |
3 | Champignons, Steinpilze, Pfifferlinge 150 gr./Woche Oder stattdessen | Abends 1 Scheibe Lachs 5,0 µg | 2x abends Lachs = 10,0 µ g ½ Aal 75 gr. = 17,5 µ g abends ½ Makrele = 17,5µg |
4 | 4 Eier pro Woche | Zum Frühstück 1 Ei = > 1,0 µg | 3xEi zum Frühstück = 3,0µg |
| Hier nur 5 µ g/Tag | | |
| Gesamt | Mehr sind 26,0 µ g | Rund 17 µ g/Tag 118 µ g |
Wie viel Vitamin D in fettem Fisch, Pilzen und in der Sonne stecken, beschrieb, einschließlich der anderen Daten, Barbara Dötsch in MEDIZIN, S. 4 vom Hamburger Abendblatt am 14. 5. 2010. Die 1. Spalte beschreibt die Daten der DGfE. Die 2 anderen sind hier vom Verfasser (Ki) errechnet.
Doch leider erhöhte die Klimaveränderung mit der geringeren Abschirmung der schädlichen UV-Strahlung durch die Atmosphäre auch die Krebsgefahr bei Sonneneinstrahung. Darum bietet der Deutsche Wetterdienst (DWD) ab Anfang Juli 2010 einen UV-Warnmeldedienst bis jeweils Ende August an. Wenn die UV-Intensität festgelegte UV Warnschwellen überschreitet, bekommen alle Bürger, die einen E-Mail-Warnservice abonniert haben, bis 10 Uhr eine auf ihren Landkreis abgestimmte E-Mail mit Warnhinweisen. Anlass ist die weltweit beobachtete Zunahme von Hautkrebserkrankungen. Der Service lässt sich unter www.dwd.de/newsletter abonnieren. Der Wetterdienst ist eine Behörde des Bundesverkehrsministeriums (flk in HA 5. 7. 10).
Krank und keine Jungs durch die Verpackungen? (NH 3.7)
Weichmacher in Kunststoffverpackungen für Lebensmittel aller Art reichern sich im Körper im Fettgewebe an, stören das Erbgut, stören den Hormonhaushalt, könnten unter anderem Krebs auslösen, Diabetes fördern und bei Männern für Unfruchtbarkeit verantwortlich sein. Das NDR-Fernsehen berichtete am 4. 5. 10 in Visite (Autor Volker Ide), auch im Interview mit Prof. Dr. Gläske und dem Experten für Lebensmittelsicherheit Manfred Krautter, über dieses Thema. Immer mehr Studien zeigen die Gefährlichkeit der Weichmacher. So stellten dänische Forscher fest, dass die Zahl der Hodenkrebserkrankungen ständig stieg, während gleichzeitig die Samenqualität immer mehr abnahm. Auch das Umweltbundesamt kommt in einer Studie zu erschreckenden Ergebnissen: Im Urin von 1000 Kindern fanden die Forscher eine ganze Reihe von Weichmachern.
Verbraucher sollten bewusst einkaufen: Unbedenklich seien in erster Linie Frischwaren, die nur kurz in der Verpackung bleiben und Hartplastikschalen ohne Aufdruck. Reste soll man nie länger in Plastikdosen aufbewahren und Getränke besser in Glas- statt in Plastikflaschen kaufen. Wenn Plastikflaschen nicht zu vermeiden sind, dann sollten Mehrweg- statt Einwegflaschen genutzt werden.
Am 12. 5. 2010 veröffentlichte dann t-online.de/eltern neue Erkenntnisse zu den Gründen einer immer mehr eingeschränkten männlichen Geburtenrate im Vergleich zu den weiblichen Geburten. Die Chemikalie Bisphenol A (BPA) soll nach dem Bericht in vielen Plastikflachen, -verpakungen und sogar in der inneren beschichtung von Dosen vorhanden sein. Dies kann sich bei Wärme lösen und so über die Flüssigkeit in den Körper gelangen (als Plastik mindestens kühl lagern). Dort soll die BPA das verhalten von Östrogen immitieren und so den männlichen Entwicklungsprozess der Embryonen stören.
Außerdem sollen Nahrungsmittel, Wasser und sogar die Luft häufig mit Dioxinen, Insektiziden wie DDT oder den schon genannten sogenannten Weichmachern, wie auch z. B. Phthalaten belastet sein, die angeblich die Wahrscheinlichkeit männlicher Nachkommen ebenfalls deutlich verringern können.
Um das Risiko zu verringern, wird empfohlen, vor allem auch auf eine fettarme Ernährung zu achten. Denn Fett soll viele der giftigen Stoffe speichern.
Gesund leben: Immer neue Beweise (NH 3.8)
Forscher der Uni Cambridge verfolgten seit 1993 das Schicksal von über 20.000 Probanden von über 45 Jahren aus Norfolk. Unabhängig von der gesellschaftlichen Schicht und dem Körpergewicht stellten sie fest:
Wer die 4 Regeln „nicht rauchen, Sport treiben, nur mäßig Alkohol trinken, täglich 5 Portionen Obst + Gemüse essen“ befolgt, lebt 14 Jahre länger (i. d. Online Ausgabe PLoS Medicine über dpa in HA 8. 1. 08). Im Oktober 08 wurde dann sogar eine Formel für ein langes Leben von der Harvard Universität gemeldet: Fröhlich sein (+10 Jahre), heiraten (+ 10 Jahre für Männer), nicht rauchen (+8-10 Jahre), positiv denken (+7,5 Jahre), Gewicht reduzieren (+7 Jahre), gesund essen ( 6 Jahre), aktiv bleiben (plus 3,7 Jahre), religiös sein und Freunde haben (+3 Jahre) (23. 10. 08 in BILD). Wenn dann zusammen 57,2 Jahre herauskommen, merkt man, dass es auch immer anders sein kann.
Forscher der Uni Oxford verglichen die Akten von 19.000 Beamten. Die Studie begann Ende der 60er Jahre. Größe, Gewicht, Blutdruch, Lungenfunktion, Cholesterinwerte und Blutzucker wurden gemessen. Die Probanden waren Männer und zwischen 40 und 69 Jahren alt. 40 Jahre später wurden die Daten ausgewertet 13.500 Prbanden waren schon gestorben.
Das Ergebnis: Bei ungesundem Lebensstil starben die Männer durchschnittlich mit 74 Jahren, bei gesundem Lebensstil mit Rauchstopp, Gewichtsabnahme mit 84 (18. 9. 09 t-online.de/cme).
Die Literatur zur Gesundheit durch richtiges Essen ist groß. Drei Beispiele dazu: Von Ulrich Strunz "Die neue Diät" mit Hilfe von (den richtigen) Enzymen auf 208 S. (Heyne), India Knight und Neris Thomas beschreiben auf 256 Seiten "Das Speck-weg Programm" (Mosaik bei Goldmann und Dagmar von Cramm empfiehlt ihr "Bioaktiv Programm" auf 160 Seiten bei Knaur. Und das zuvor unter Anm. erwähnte Buch "(V)erbaute Gesundheit" bringt ebenfalls wichtige Erkenntnissemit.
Die Vergiftung der Nahrung sollte als Krankheitsursache nicht vergessen werden: Im Januar 2008 wies Greenpeace darauf hin, dass viele Pestizidrückstände in Obst und Gemüse bei behördlichen Kontrollen unerkannt bleiben. Nach der Studie „Grenzen der Pestizidanalytik“ können von den bislang weltweit eingesetzten 1350 Wirkstoffen nur 600 und in den meisten Labors nur 400 erkannt werden.
Selbst die behördlicherseits erkannten Pestizidrückstände sind schon besorgniserregend: In zwei Dritteln der 2006 untersuchten Obst- und Gemüseproben wurden sie nachgewiesen. Das teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz mit (AP in HA 2./3. 2. 2008). Dabei wurde die gesetzliche Höchstmenge allerdings nur in 5,3 % der Proben überschritten. Genau wie bei dem im nächsten Kapitel behandelten Elektrosmog ist immer fraglich, ob die gesetzliche Höchstmenge nicht zu hoch ist. Die meisten Rückstände hatten: Paprika aus der Türkei, Erdbeeren aus Marokko, Rucola aus Italien, Feldsalat aus Deutschland und Tafeltrauben aus der Türkei. Ebenfalls (weniger als die davor genannten, aber mehr als der Rest)) belastet waren frische Kräuter, Bohnen, Zucchini, Auberginen und Johannisbeeren.
Am 13. Oktober 2008 (dpa/AP in T-Online) wurden dann so hohe Rückstände von teilweise auch verbotenen Pflanzenschutzmitteln gemeldet, dass "schon bei einmaligem Verzehr" gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht auszuschließen" waren (80 % der kontrollierten Tomaten waren so hoch belastet und 10 % der Kopfsalate). Und weiter: 80 % des Kopfsalats waren belastet und in jeder 4. Fischkonserve wurde die gesetzliche Grenze für den krebserregenden Stoff Benzoapyren überschritten. Dies fast nur Fischkonserven aus dem Baltikum. Obst und Gemüse sollen gründlich unter fließendem Wasser abgewaschen werden. "Beim Kopfsalat hilft auch Waschen nur bedingt" titelte allerdings ETD in Nr. 43 /08. Oft hilft es deshalb, die äußeren Salatblätter zu entfernen (ap/jel in Nr. 43/08 ETD).
Nur Bioprodukte waren frei von Pestiziden. Bei „Nahrung und Genuss“ ist es deshalb sicher empfehlenswert auf die Herkunft (z. B. BIO) zu achten.
Fruchtsäfte müssen sodann von Schwermetallen freigehalten werden. Das Krebs erregende Benzol entsteht, wenn beispielsweise Vitamin C, Eisen und der Konservierungsstoff Benzosäure zusammen kommen.
Bei Christen, Muslimen und anderen Glaubensgemeinschaften wurde von den Religionsgründern die gesundheitsfördernde Wirkung des Fastens überliefert. Der Verband der Kinder- und Jugendärzte Nordrhein empfahl zwischen Aschermittwoch und Ostern falsches Essverhalten zu erkennen und nachhaltig zu verändern. Dies sei allerdings nur möglich, wenn die ganze Familie mitziehe (kna in HA 7. 2. 08).
Eine andere Studie aus den USA mit 1301 Frauen bewies, dass die künstlichen Hormone der Antibabypille das Anlagern von Fett und Cholesterin an den Aderwänden fördern würde. Nach 10 Jahren können die Adern sogar komplett verstopfen. Die Folge ist gestörte Durchblutung bis zum Infarkt. Die Empfehlung: Nach einigen Jahren z. B. auf Kondome oder Spirale umstellen (Bild 9. 11. 07).
Immer gibt es aber auch andere Ursachen und oft mehrere zusammen. So stellten die Mediziner des St.–Josefs-Hospitals durch wiederholte Messungen und Befragungen bei Arbeitsbelastung der untersuchten Personen fest, dass Stress zu Hochdruck führt (Apotheken Umschau 15. 1. 0/). Dies ist aber sicher natürlich, weil der Blutdruck zwecks besserer Versorgung bei geistiger Anspannung fast immer nach oben gehen muss.
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